Mein Werdegang

mein Weg als Hebamme:
Schon während meines sozialen Jahres nach dem Abitur wusste ich: Ich möchte mit Frauen in der Zeit rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett arbeiten. Ein Buch über Schweizer Landhebammen – „Vom Abenteuer der Geburt“ – hat mich damals besonders geprägt. Die Geschichten dieser selbständigen, selbstbewussten Frauen, die mit großem Wissen und viel Herz Familien begleiteten, haben in mir den Wunsch geweckt, selbst Hebamme zu werden.
Meine Hebammenausbildung in Stuttgart (1991–1994) und die Arbeit in verschiedenen Kliniken haben mir schnell gezeigt, wie sehr die Geburtshilfe von medizinischen Routinen, Risikofokus und strukturellem Druck geprägt ist. Ich erlebte, wie leicht es ist, Angst zu schüren – und wie schwer es oft ist, Vertrauen und Ruhe zu halten. Zwischen 1994 und 1998 sammelte ich viel Erfahrung in der klinischen Geburtshilfe. Gleichzeitig wurde mir zunehmend klar, dass ich Frauen und Familien lieber in einem ruhigeren, vertrauteren Rahmen begleiten möchte.
Die Geburt meiner eigenen Tochter als Hausgeburt (2000) war für mich ein Schlüsselerlebnis: zu Hause, in vertrauter Umgebung und ohne äußere Störungen gebären zu können, war für mich – trotz der Intensität – ein wunderschönes, stärkendes Erlebnis. Seit 2001 arbeite ich selbständig als Hebamme im Ries, viele Jahre mit dem Schwerpunkt auf Hausgeburten sowie Vorsorge, Kursen und Wochenbettbetreuung. Die Hausgeburtserfahrung hat mich lange begleitet und geprägt. In den letzten Jahren hat das Leben mir jedoch deutlich gezeigt, dass mein Weg sich verändert. Ich merke, dass meine größte Kraft und Leidenschaft heute nicht mehr in der ständigen Geburtsbereitschaft liegt, sondern in der bindungsorientierten Begleitung vor und nach der Geburt.
Ein guter Start ist für mich deshalb mehr als ein komplikationsloser Geburtsverlauf. Er umfasst eine tragende, liebevolle Bindung, innere Sicherheit und das Erleben von Gesehenwerden – für Mutter, Baby und Familie. In dieser sensiblen Phase entsteht nicht nur ein neues Leben, sondern auch eine neue Form von Beziehung und Identität. Genau hier liegt heute mein Schwerpunkt.
Verschiedene Fort- und Weiterbildungen haben meinen Weg vertieft und erweitert, unter anderem:
– Fortbildungen in traditioneller Hebammenkunst
– „Praktische Salutogenese in der Hebammenarbeit“ – mit dem Fokus auf     Gesunderhaltung und Ressourcenstärkung
– Studium „Angewandte Physiologie für Hebammen“ Master of Science, 2013
– Weiterbildung zur Familienhebamme 2015 – zur Begleitung von Familien im ersten Lebensjahr
– 2022-2025 Ausbildung in Bindungs- und Ressourcenstärkung incl. Bindungsanalyse nach Hidas und Raffai.
Heute begleite ich Frauen und Familien vom Beginn der Schwangerschaft bis ins erste Lebensjahr des Kindes – mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Zeit vor und nach der Geburt und auf der bewussten Gestaltung der Bindung.
Privat lebe ich mit meinem Mann Walter im Ries; unsere Kinder sind inzwischen erwachsen. Die Erfahrung, Mutter zu sein, und die vielen Begegnungen mit Familien haben meine Arbeit als Hebamme noch einmal auf einer tieferen Ebene geprägt.