Geburtsgeschichte von Julia, 1. Kind

 

Hausgeburt - eine meiner besten Entscheidungen in meinem Leben (trotz Verlegung in die Klinik)

 

Ich bin ziemlich stur/willensstark. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze (in diesem Fall eine Hausgeburt), dann tue ich auch alles dafür um es umzusetzen.

 

Die erste Schritt war meinen Mann über mein Vorhaben zu informieren. Ich habe ihm (POSITIVE!) Hausgeburt-Videos gezeigt, immer wieder darüber gesprochen, wie wichtig es für mich sei, dass ich über die Geburt unser Tochter selbst bestimmen kann. Eines Tages hat er gesagt, daß ich mich nach einer Hebamme umschauen sollte.

 

Ich musste mir mehrere Absagen anhören, bis beim nächsten Anruf Birgit am Apparat war und um den Entbindungstermin Zeit und freie Kapazität hatte. (Es ist nicht einfach eine Hausgeburts-Hebamme zu finden)

 

Wir haben gleich einen Kennenlern-Termin ausgemacht, bei welchem mein Mann auch anwesend sein konnte.

 

An dem Tag haben wir dann all unsere Fragen gestellt, die geduldig und erfüllend beantwortet wurden. 

 

Danach stand die große Frage im Raum, ob wir den Weg der Hausgeburt weitergehen wollen.

 

- Es ist dein Körper, deine Geburt. Ich stehe Dir bei wenn Du es noch immer so möchtest. - hat mein Mann zu mir gesagt. 

 

Ich war total begeistert und habe zu Birgit "Ja!" gesagt.

 

Ein paar Wochen später fand das Aufklärungsgespräch statt. Dabei wurden wir über den normalen Verlauf und natürlich auch Risiken informiert. Einige Unterschriften später reichte uns Birgit einen Zettel mit den nötigen Utensilien, die wir bei der Geburt brauchen könnten (diese sollten ab Rufbereitschaft schon in einem Korb bereit stehen). 

 

Eine kleine Info:

 

Ich habe absichtlich überall Wellen statt Wehen geschrieben. Für die Psyche ist es ein sehr angenehmes, positives Wort. Ich habe dies von einem Hypnobirth-Kurs mitgenommen. :)

 

Ein paar Wochen später, an einem Montag Abend (ca. 21 Uhr) habe ich dann die ersten Wellen gespürt. Diese waren in 10-12 Minuten Abständen. Wir haben uns dann mit voller Vorfreude schlafen gelegt mit dem Gedanken dass unsere Tochter bald das Licht der Welt erblicken wird.

 

In der Nacht um 2 Uhr wurden die Abstände immer kürzer (alle 5-7 Minuten). Ich habe meinen Mann gebeten, dass er Birgit informieren soll. Die Wellen waren noch auszuhalten, deswegen habe ich gesagt, dass wir uns um 4:30 Uhr nochmal melden. Birgit war dann kurz nach 5 Uhr da und hat nach den Herztönen vom Baby und nach dem Muttermund geschaut und gesagt:

 

- Ihr habt schon gut vorgearbeitet, er ist schon bei 4-5 cm.

 

Sie hat mir Vorschläge gemacht, wie ich die Wellen veratmen kann, hat mich massiert und ab und zu ein paar Notizen gemacht.

 

Dann habe ich mich entschieden, in die Badewanne zu steigen, darin wurde auch immer wieder nach den Herztönen geschaut. Unsere Kleine hat im Bauch sehr brav mitgemacht. 

 

Nach einer gefühlt 2-stündigen Badezeit hat Birgit wieder nach dem Muttermund geschaut. Leider hat sich nicht viel getan und die Fruchtblase war auch noch ganz und das Köpfchen vom Baby wollte nicht in die Geburtskanal rutschen.

 

Diesem Zustand wollten wir mit ein paar Übungen, die Birgit mir gezeigt hat, beheben. Leider haben diese keine Wirkung gezeigt.

 

Ungefähr um 11 Uhr hat Birgit gesagt, daß sie sich mit einer anderen Hebamme über unseren Fall gerne austauschen würde, und ist mit der Empfehlung zurückgekommen, dass es besser wäre, die Geburt in eine Klinik zu verlegen.

 

Um halb 12, ein paar Wellen später (und der geistigen Verarbeitung des Gedankens in die Klinik zu müssen) habe ich dann zugestimmt. 

 

Mein Mann hat die Telefonnummer von der im Aufklärungsgespräch abgesprochenen Klinik Birgit gegeben um das weitere vorgehen zu besprechen. Sie hat dann schnell alles geregelt und 10 Minuten später waren wir auch schon unterwegs. Mein Mann ist mit unserem Auto hinterher gefahren.

 

In der Klinik angekommen, hat Birgit die Übergabe mit der Beleghebamme gemacht. Kurz darauf ist auch mein Mann eingetroffen.

 

Bei mir wurde gleich ein Zugang gelegt, Blut abgenommen und ein Corona Schnelltest gemacht (bei meinem Mann auch). Nach dem negativen Ergebnis durfte ich die Maske abnehmen und konnte mich wieder vollständig auf mich und auf die Geburt konzentrieren.

 

Einer Stunde später ist die Fruchtblase spontan geplatzt. Ich konnte kaum glauben, dass es endlich weitergeht und habe vor lauter Freude angefangen zu lachen.

 

Ich habe liegend ein paar Wellen auf meiner rechte Seite, dann ein paar auf meiner linken Seite veratmet, und unser Baby hat sich schön in den Geburtskanal gedreht.

 

Ich bin dann aufgestanden um die Kraft der Gravitation zu nutzen.

 

(Inzwischen fand ein Schichtwechsel statt und ich habe eine "neue" Hebamme bekommen.)

 

Ich habe stehend und im Vierfüssler-Stand die nächste Stunde verbracht, bis ich gemerkt habe, dass ich in die Pressphase gekommen bin. Nachdem ich dies der Hebamme mitgeteilt habe, hat sie einen Arzt dazugerufen. Ich sollte mich auf das Bett legen und ein paar Wellen später hat unser Tochter Julia das Licht der Welt erblickt. Sie wurde mir sofort auf die Brust gelegt und wir konnten sie herzlich willkommen heißen.

 

Dann habe ich Oxytocin bekommen und innerhalb weniger Minuten kam auch schon die Plazenta. Die Hebamme hatte diese auf Vollständigkeit geprüft und mich gefragt, ob ich diese sehen möchte, worauf ich mit einem freudigen "Ja!" geantwortet habe. Ich wollte unbedingt sehen, was unserer Tochter die vergangenen 9 Monate ernährt hat.

 

Mein Mann durfte, nach dem auspulsieren der Nabelschnur diese durchtrennen. Julia wurde dann noch kurz untersucht und gewaschen und ich habe sie wieder in den Armen halten dürfen. Nachdem der nette Arzt meine Geburtsverletzungen versorgt hatte (2. Grad, ein paar Stiche mussten genäht werden) und ich mich ein bisschen ausgeruht hatte, wurden wir auf die Wochenstation verlegt. Mein Mann durfte zu meiner Freude auch noch ein paar Stunden lang bleiben.


Wir haben unsere Familien über unser kleines Wunder benachrichtigt und nachdem mir es nach der Geburt unglaublich gut ging, habe ich gleich beschlossen, dass ich am nächsten Tag wieder heim gehen werde.

 

Wir haben noch Abendessen bekommen, danach hat mein Mann sich auf dem Heimweg gemacht.

 

Unsere Nacht war ruhig, die Schwestern sind nur dann gekommen, wenn ich sie gebraucht habe.

 

In der Früh musste ich nur noch auf den Arzt warten, welcher mich entlassen konnte. Kurz darauf habe ich dann meinen Mann angerufen, dass er uns abholen kann und das wir unser Abenteuer zu Dritt zu Hause endlich beginnen können.

 

Sei vorbereitet auf Alles!

 

Das war mein Motto während der Schwangerschaft und so bin ich auch an die Geburt rangegangen. Um eine Hausgeburt erleben zu dürfen, braucht man verschiedene Kriterien z.B. Einzelgeburt, gute Blutdruckwerte, kein Schwangerschaftsdiabetes, Schädellage des Kindes. Einige davon können erst in den späten Schwangerschaftswochen beurteilt werden und können sich auch noch bis kurz vor die Geburt ändern.

 

Deswegen habe mich mit verschiedenen Abläufen - von Frühgeburt bis Notkaiserschnitt - auseinandergesetzt und mit dieser Denkweise kann ich jetzt - 3 Wochen nach Julias Geburt - sagen, ich bin glücklich darüber, wie alles gelaufen ist.

 

Sei vorbereitet auf Alles und dich kann keine Situation enttäuschen. ;)

 

Ich kann Birgit wärmstens empfehlen, auch für die Nachsorge.

 

Sie kann auch super beim Stillen helfen (hier nochmal herzlichen Dank!) und sie macht eine super angenehme Straffungs-Bauchmassage, wenn ihr wollt (ich würde die nicht auslassen ;) )

 

Zum Schluss noch meine Beweggründe, mich für eine Hausgeburt zu entscheiden.

 

Zu aller erst mag ich keine Krankenhäuser. Man verbindet die automatisch damit, krank zu sein. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, sondern ein Wunder.

 

Dann meine vertraute Umgebung, die ich seit Jahren kenne und die vielen Möglichkeiten, wo und wie ich die Wellen veratmen kann. Im Bett, auf der Couch, in der Badewanne, im Flur, liegend, stehend, hockend, im Vierfüßler-Stand - also ganz nach meinen Bedürfnissen. Ich muss nicht MEINE Geburt nach irgendwelche Anweisungen vom (Krankenhaus-) Personal erleben.

 

Die nächste Punkt war: bei einer Geburt wird nicht nur das Baby geboren. Bei der Geburt wird auch eine Mama und ein PAPA geboren. Meiner Meinung nach ist es für die Männer auch schöner und angenehmer auf diesem Weg zum Papa zu werden, zu Hause, entspannt und gleich von Anfang an mit dabei zu sein.

 

Zuletzt war mir die 1:1 Betreuung wichtig. Du kannst Dich auf Birgit verlassen. Sie kommt, kümmert, lässt dir Raum, macht Vorschläge und lässt Dich entscheiden. Sie ist da. Nur für DICH.

 

Danke Birgit. Danke, dass es Dich gibt!

 

Ich komme gerne auch zu Ihnen
Ich komme gerne auch zu Ihnen

Birgit Landwehr

Hebamme

MSc Salutophysiologie

Familienhebamme

Lochenbach 10

86736 Auhausen

09082-911747

email: birgit@hebammenpraxis-landwehr.de