Iljas Geburt

 

Zunächst ein paar Worte zu mir. Ich heiße Johanna, bin 31 Jahre alt und lebte bis zu Iljas Geburt mit meinem Partner Nico und unserer nun fast vierjährigen Tochter Nora zusammen. Nun sind wir zu viert! Wir leben in einem kleinen Dorf von ca. 150 Menschen, das aufgrund unseres Zusammenlebens als Gemeinschaft ein wenig besonders ist. Mehr dazu später.

Die Geburt unserer Tochter Nora fand, trotz gewünschter Hausgeburt in Birgits Begleitung, aufgrund von Gestose-Werten in der Grauzone in der Klinik in Ellwangen statt. Mein Glück: hier konnte mich eine vertraute Hebamme 1:1 begleiten und ich durfte eine natürliche Geburt erleben ohne weitere Komplikationen.

Da nun während Iljas Schwangerschaft alles top aussah freute ich mich nun auf eine Geburt in meinen vier Wänden. Birgit hatte mich bereits während der Vorsorgetermine begleitet und stand in Rufbereitschaft!

Die ersten Wehen verspürte ich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Sie kamen stündlich und ich nahm sie wahr wie eine Andeutung. Im Laufe des Donnerstags ging dies so weiter bis sich am Nachmittag die Abstände auch mal auf 20 min verkürzten und die Intensität gar nicht so ohne war. Ich hielt Birgit immer wieder auf dem Laufenden und begann am Abend die Wohnung für die Geburt vorzubereiten. Meinem Partner teilte ich mit, dass ich mich nicht wundern würde, wenn das Kind in dieser Nacht kommt.

Gegen zwölf, vorher war ich zu aufgeregt, ging ich ins Bett um noch Schlaf zu bekommen. Dann wachte ich allerdings ganz normal am nächsten Tag auf nachdem ich durchaus noch Wehen in der Nacht hatte und auch zwischendurch mal auf war und meinen Geburtsaltar eröffnete.

Am Freitagvormittag war Birgit noch mal bei uns. Wir waren ohnehin verabredet gewesen und daraufhin warteten wir weiter. Ich erfuhr, dass ich mich in einer Latenzphase befände, die durchaus zur Geburt gehörte doch auch noch länger andauern könnte. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit käme das Kind am Wochenende.

Freitagmittag kamen die Wehen dann alle 10 Minuten. Gegen halb vier lud ich ein paar Frauen aus dem Dorf, Freundinnen so gesehen, ein um mit mir den Beginn der Geburt zu feiern und meine Wohnung mit Frauenenergie zu füllen. Ich freute mich, besonders, dass ich nun tatsächlich zu Hause gebären durfte! Wir hörten Musik, ich war ganz auf FatFreddy’s Drop eingestellt, eine neuseeländische Reggae-Band, die mich einlud mein Becken zu bewegen. Die Wehen musste ich nun schon stärker beatmen und konnte sie auch kaum ohne Gegendruck in den unteren Rücken erleben. So hielt ich mich bei jeder Welle meistens im Türstock unseres Badezimmers auf. Hier konnte ich meinen unteren Rücken auf der einen Seite in den Türrahmen drücken und mich gegenüber abstützen. Später nahm ich noch eine Wärmflasche in den Rücken dazu. Ich witzelte noch, dass ich einen Türstock im Wohnzimmer bräuchte (Wohnzimmer und Küche sind ein großer Raum). Denn manchmal kam ich nicht mehr rechtzeitig dorthin bevor die nächste Wehe einsetzte.

Als die Wehen dann doch alle 5 Minuten kam und auch immer wieder so ein Druck nach unten zu spüren war, glaubte ich, oh das könnte jetzt auch schnell gehen. Ich rief gegen vier Uhr Birgit an und sagte ihr, dass ich es gut fände wenn sie, ohne Eile, bald da wäre. Da sie zu mir mindestens 45 Minuten fährt, war ohnehin noch Zeit bis zu ihrer Ankunft.

Als sie gegen viertel nach fünf eintraf, bat ich meine Frauenrunde zu gehen, bis auf Angelika, eine liebe Freundin, die vor 28 Jahren einen Sohn geboren hatte und die ich gebeten hatte dabei zu sein. Sie und Birgit sollten mein Geburtsteam sein, mein Partner Nico hatte mehr die Rolle sich um unsere Große zu kümmern und gegebenenfalls später dazuzukommen. Er hatte schon im Vorfeld gesagt, dass er diesen Frauenraum respektiert und dann vielleicht auf Einladung von mir später dazukommen kann.

Kurze Zeit dachte ich, Mist ich habe Birgit zu früh gerufen. Ich ließ den Gedanken dann los und widmete mich meinen Wehen. Gegen acht Uhr nahm deren Intensität dann zu. Meine Atmung und mein Stöhnen veränderte sich, wurde tiefer und ausgedehnter. Im Nachhinein hatte Birgit gesagt, wäre das der Beginn der eigentlichen Geburtsarbeit gewesen. Stärkere Wehen, konstant kürzere Abstände. Mein Muttermund war dann (?) 4 cm weit geöffnet. Die Wehen verbrachte ich immer noch hauptsächlich im Türstock. Zwischendurch bewegte ich mich.

Nun muss ich erwähnen, dass auch mein Dorf, meine Gemeinschaft bei dieser Geburt beteiligt war. Die Frauen hatten sich ab 20 Uhr am Lagerfeuer verabredet um mich durch ihr Singen und Beisammensein zu unterstützen und die Geburt zu feiern. Die Feuerstelle war von meinem Balkon aus zu sehen, die Stimmen und Trommeln gut zu hören. Am Feuer waren auch mein Partner und meine Tochter. Ich konnte sie immer wieder sehen und war beruhigt, dass es meiner kleinen Großen gut ging. Vier Stunden lang sangen die Frauen und Männer, die auch dazu kamen, dort und zwar mit voller Energie! Das war unglaublich und wirklich sehr unterstützend. Plötzlich verstummte die Musik für eine Weile, ich war gerade auf der Toilette, und es war eine laute Männerstimme zu hören, die zunächst so bedrohlich klang, dass wir drei Frauen dachten, da draußen dreht jemand durch. Doch dann erkannte ich Nico darin, der wohl einen Haka tanzte. Dies ist ein neuseeländischer Ritual-Tanz der Maori, bei dem auf sehr kraftvolle Weise die Ahnen eingeladen werden und der  Stammesgeschichte Respekt gezollt wird. Als Nico seinen Beitrag beendete, setzte der Gesang ums Feuer herum wieder ein.

Immer wieder verbrachte ich auch Wehen auf dem Klo, mit Handtuch und Wärmflasche zum Gegendrücken im Rücken. Das Klo hatte schon bei Noras Geburt eine wichtige Rolle gespielt. Während wirksamer Eröffnungswehen über eine Stunde hinweg hatte ich hier meinen Darm entleert. Auch bei dieser Geburt entleerte sich so Stück für Stück mein Darm.

Ungefähr gegen zehn Uhr spürte ich während der Wehen immer wieder starken Druck nach unten. Das gab uns Anlass zu glauben, dass es nun schnell vorangehen würde. Wir erwarteten das Kind vor Mitternacht. Doch während die Intensität der Wehen nicht abnahm verging die Zeit. Wir wunderten uns, dass bei diesem Druck die Fruchtblase nicht platze. Ich wurde zunehmend erschöpfter und konnte nicht mehr so viel auf den Beinen sein und nahm die Seitenlage ein um meinem Körper in den Wehenpausen Entspannung zu gönnen. Angelika übte hier nun den Druck in meinen Rücken mit ihren Füßen aus. Mein Geburtsteam arbeitete perfekt und war schnell eingespielt, so dass die eine übernahm, falls die andere etwas zu Trinken holte oder die Wärmflasche neu machte. Während Angelika ganz nah bei mir war, hatte Birgit eher die Rolleeiner Raumhalterin. Sie war wachsam und hatte meine Wehen stets im Blick oder Ohr.

Irgendwann sagte Birgit: „Dein Kind kommt wohl doch erst am 22.7. zur Welt“. Ich war erstaunt und fragte nach der Uhrzeit. Es war viertel nach Elf und ich verspürte Ernüchterung, da meine Kräfte abnahmen, und auch ein größer werdendes Fragezeichen. Gut es dauerte also doch noch. Ich wechselte die Seitenlage mit Gängen auf die Toilette und Bewegung ab, doch viel konnte ich nicht mehr auf den Beinen sein, besonders da nicht klar war wann das Ende in Sicht war.Gleichzeitig schwang das Wetter draußen um, ähnlich wie unsere Stimmung in der Wohnung. Zuvor war es eine milde Sommernacht gewesen, nun zog ein Wind auf und es begann zu regnen. Das ließ dann nach Mitternacht auch die Stimmen und Trommeln am Lagerfeuer verstummen.

Es war ungefähr halb eins als mein Partner Nico zu uns stieß um sich zu erkundigen wie es mir geht und wie die Geburt vorangeht. Ich war froh über sein Erscheinen und fragte nach wo unsere Tochter sei. Sie war draußen am Feuer bei ihm eingeschlafen und er hatte sie dann 2 Stockwerke tiefer bei unseren Nachbarn zum Schlafen hingelegt. Dort hat sie durchgeschlafen, bis Nico am morgen nach ihr schaute. Das hat so gut gepasst!

Zu dem Zeitpunkt als Nico kam, war mein Fragezeichen größer geworden und ich konnte mir kaum vorstellen, dass dieses Kind aus mir herauskommen will. Es ging einfach nicht voran, obwohl es schon so nach unten drückte. Die Herztöne waren zu unserer Freude immer gut, der Kleine machte die Geburt echt gut mit. Birgit meinte, ja er steht da noch über dem Becken. Wir hatten schon ausprobiert im Vierfüßlerstand am Becken zu rütteln und Birgit hatte mein Becken im halben Kopfstand höher gehoben und auch hier ein wenig geschüttelt. Auch ein homöopathisches Mittel hatte Birgit mir gegeben. Doch es blieb erst einmal bei kräftigen, drückenden Wehen, der nicht platzenden Fruchtblase und dem Widerstand in meinem Becken. Ich konnte immer wieder spüren wie das Kind nach unten gedrückt wurde und wieder zurück rutschte. Vielleicht war hier die Fruchtblase wie eine Federung, die den Kopf nicht richtig ins Becken kommen ließ. Ich hatte tatsächlich zwischenzeitig die Hoffnung aufgegeben, dass er jemals herauskommt. Ein immerwährender Zustand von Wehen, wegdämmernden Wehenpausen und kein Voranschreiten. Ich fragte Birgit: „Was machen wir denn jetzt?“ Sie antwortete nur: „Ja, was machen wir denn jetzt?“ Ich sagte daraufhin später nur: „Ich will nicht in die Klinik!“ Und dennoch dachte ich immer wieder, die müssen ihn mir rausholen. Ja und doch, irgendwo wusste ich, da ist noch Kraft, und da ist auch noch ein Wille und ein Weg!

Somit kam Nico zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Stimmung verändert hatte. Ich war sehr froh, dass er dann da war. Er gab mir noch mal Halt und Kraft. Er übernahm daraufhin die Position hinter meinem Rücken und drückte gegen. Später sagte er, er hätte mit ganz schön viel Kraft gedrückt (und er ist wirklich stark). Das sollte ich später im Wochenbett spüren. Da war mein Rücken ganz schön mitgenommen....

Birgit schlug vor mich noch einmal zu untersuchen. Das muss so um zwei Uhr gewesen sein. Als sie ihre Handschuhe wieder auszog sagte sie folgendes: „Du, eigentlich ist alles gut. Dein Muttermund ist eröffnet, es fehlt nur noch der Saum. Wir schalten jetzt mal einen Gang zurück, du bleibst liegen, beatmest deine Wehen und nutzt die Wehenpausen. Wenn es nach unten drückt, gib dem nach, aber du musst jetzt nichts machen. Es braucht einfach noch Zeit.“ Das war eine Nachricht, die uns alle entspannte. Auch ich versuchte mich dem hinzugeben und dieses „Es braucht einfach noch Zeit“ voll anzunehmen. So lag ich dann da und während der Wehenpause dämmerte ich richtig weg. Mein ganzer Körper kam in die Entspannung, so sehr dass mich eine sehr kräftige Wehe auch mal unangenehm weckte und ich daraufhin versuchte, vor der Wehe wieder „anwesend“ zu sein. Diese Entspannung war so tief, dass ich fragte: „Ist das normal?“ Denn ich war überzeugt, ich hätte nun Wehenpausen von zehn bis fünfzehn Minuten. Doch als Birgit und ich am nächsten Tag die Geburt noch einmal besprachen, sagte sie mir nein, es seien stets drei Minuten Pause gewesen.

Die Zeit verging weiter, bis ich gegen drei Uhr nochmals aufstehen wollte. Ich dachte, dass sich sonst ohne einen Positionswechsel weiter nichts verändern würde und ich hatte wieder etwas Kraft getankt. Ich erinnere mich nicht ob mein Weg direkt oder indirekt aufs Klo führte. Jedenfalls fand ich mich dort wieder, sei es nur mit dem Gedanken den Darm weiter zu entleeren. Nico war mir gefolgt und saß mit auf der Badewanne nah gegenüber. Die kräftigen Wehen veratmete ich mit Handtuch und Wärmflasche im Rücken und Druck meiner gegen Nicos Hände. Dann veränderte sich etwas, der Druck nach unten wurde immens und ich begann mehr und mehr zu pressen. Mein Stöhnen veränderte sich deutlich. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich Angelika und Birgit in der Küche auf. Angelika, die auch als Köchin arbeitet, sorgte sich um unser leibliches Wohl, hatte eine Gemüsebrühe aufgesetzt und unterhielt sich mit Birgit. Ich hörte die beiden auch lachen, während ich mich fragte, warum kommt denn Birgit nicht, sie müsse mich doch hören? Nach einer weiteren Wehe fasste ich mir instinktiv zwischen die Beine und konnte in meiner Scheide nicht das Köpfchen sondern die Fruchtblase berühren! Nun stand Birgit im Türrahmen. Sie hatte sehr wohl bemerkt, dass sich etwas veränderte und hatte mich wohl beobachtet. Sie fragte: „Und kannst du es schon tasten?“ Ich antwortete: „Ja, die Fruchtblase!“ Birgit entgegnete nur entspannt: „Schön.“ Es ging weiter mit einer Presswehe und dieser Flüssigkeitsball in meiner Scheide schob sich weiter heraus. Dann fragte Birgit: „Möchtest du noch mal aufstehen oder willst du dein Kind auf dem Klo zur Welt bringen. Das geht natürlich auch.“ Ich sah sie an und sagte nur: „Wie soll ich denn jetzt noch aufstehen??“ Kurz darauf schaute ich hilflos zu Birgit und sagte: „ Das brennt!“ Ihre Antwort war schlicht: „Ja, das brennt.“ Ich konzentrierte mich wieder und hörte dann von der Seite Birgits Stimme: „Johanna, fängst du mal dein Kind auf?“ Voller Erstaunen sah ich wie sich der Kopf des Babys aus mir heraus schob. Ich war total Baff! Ich hatte ja zuvor noch gedacht, er wird nie aus mir herauskommen! Ich nahm den Kopf in meine Hände und gleichzeitig platze an seinem Hinterkopf die Fruchtblase und er flutschte vollends aus mir heraus. Nicos und Birgits Hände halfen ihn sicher aufzufangen und ich erhob mich kurz, damit er nicht im Klo landete. Die helfenden Hände legten ihn mir schnell auf den Körper wo ich ihn wie unbeholfen hielt. Ich konnte es nicht fassen! Ich hatte ihn geboren!! Dass der kleine Mann tatsächlich ein kleiner Mann war überraschte Nico und mich kein bisschen, da wir beide während der Schwangerschaft geahnt wenn nicht sogar gewusst hatten, dass wir einen Sohn erwarteten.

Mein Badezimmer ist klein, auf den Boden passte gerade noch eine Klappmatratze, die mir die anderen brachten, damit ich mich direkt hinlegen konnte. So lag ich mit meinem Sohn im Arm da und war fassungslos. Was für ein Wunder! Er war ganz anders als damals Nora, die sofort hellwach die Welt erblickte und zielstrebig an der Brust trank. Dieses Kind nahm sich seine Zeit, er landete in seinem Tempo auf der Welt und entdeckte die Brust nach ungefähr zwanzig Minuten und probierte eher zögerlich ein paar Schlücke. Wir spürten wie die Nabelschnur pulsierte und fühlten somit seinen Herzschlag. Sie pulsierte noch recht lange, was mich erstaunte. Ich war auch verwundert, dass ich mich relativ fit und wach fühlte. Nach Noras Geburt war mir der Kreislauf weggekippt. Nun freute ich mich über meinen wachen Geist, die stärkende Gemüsebrühe und einen Schokosnack aus dem Kühlschrank. Angelika, die etwas verspätet ins Bad gekommen war, sagte später: „Ja super, wenn’s spannend wird stehe ich in der Küche und koche Gemüsebrühe auf.“ Später sagte sie, dass dies so stimmig gewesen sei, denn so hatte Nico die Rolle als mein Gegenüber übernommen und unseren Sohn mit aufgefangen.

Worüber ich mich nicht freute waren die Nachwehen. Ich hatte jetzt echt genug von Wehen und ermunterte mich dennoch diese für die Nachgeburt zu nutzen. Nach einer Stunde gebar ich dann die Plazenta, die wahnsinnig groß, ganz rund und vollständig war. Wir nabelten nicht ab, da ich schauen wollte, wie lange es stimmig ist, dass der Kleine noch mit der Plazenta verbunden ist. Im Endeffekt ist die Nabelschnur sechs Tage später abgefallen.

Nun war Höhlenstimmung im Bad. Meine drei Geburtshelfer und wir zwei Neugeborene auf kleinstem Raum. Birgit nahm sich dem Kleinen an und wog und maß ihn. 4100gr, 54cm, 36cm. Stolze Maße! Die zwei cm die er mehr an Kopfumfang hatte als meine erste Tochter, die habe ich gemerkt! Dann setzte Birgit ihre Stirnlampe auf um sich meinen Damm anzusehen. Ich war leicht gerissen und voller blauer Flecke. Wir entschieden uns den kleinen Riss zu nähen, was Birgit sehr gut gelungen ist. Mit meinem Damm hatte ich die wenigsten Probleme im Wochenbett (hier hat sich am meisten mein Rücken bemerkbar gemacht). Nach der Versorgung versuchte ich den Gang aufs Klo. Und tatsächlich, ich konnte Pinkeln, auch ohne große weitere Schmerzen. Nach Noras Geburt war das der Horror gewesen.

Ich wurde ins Bett geleitet und der Kleine direkt neben mir gebettet. Das war der Moment auf den ich mich schon während der Geburt gefreut hatte. Dieses „Danach“, einfach ins Bett Sinken dürfen... Aber nicht ohne meine Wärmflasche!! Zumindest in den Rücken gegen die Nachwehen, auf den Bauch leider nicht, um die Blutung nicht extra anzukurbeln.

Das war der Moment, wohl so um 6:30, an dem uns dann auch Birgit verließ. So hatten wir gemeinsam die Nacht durchgemacht und freuten uns wohl alle auf den wohlverdienten Schlaf. Am Nachmittag würde Birgit wiederkommen und nach uns sehen. Nico ging dann zu unserer Kleinen und brachte sie bald mit hoch, so dass auch sie ihren kleinen Bruder begrüßen konnte.

So, das ist nun ein langer Text, passend zu der als lang empfundenen Geburt! Im Nachhinein empfinde ich die Geburt aber als sehr stimmig auch wenn ich zwischendrin dachte: wie anstrengend.. wie lang! Doch es scheint zum Rhythmus des neuen Erdenbürgers zu passen. Er nimmt sich die Zeit, die er braucht. Das war bereits in der Schwangerschaft so, besonders zum Ende hin als ich dachte er käme vor „Termin“ und sich dann doch noch Zeit ließ. Und auch mein Wochenbett hat sich hinausgezögert, meine Gebärmutter wanderte eher langsam wieder zurück hinter das Schambein.

 

Ich bin sehr dankbar, diese Hausgeburt erlebt haben zu dürfen. Und ich danke Birgit für ihre behutsame, konzentrierte und wachsame Begleitung als Hebamme und Angelika als Unterstützung und Freundin. Was ich an Birgit besonders wertschätzte, war ihre Qualität mir freien Raum während der Geburt zu lassen. Sie griff nur dann ein, wenn ich ihre Hilfe suchte oder die Situation es erforderte und fand so ein passendes Maß aus Unterstützung und Raum lassen. Durch ihre Wachsam- und Achtsamkeit fühlte ich mich behütet und ich wusste, dass ich mich auf ihre Erfahrung verlassen konnte.

Ich komme gerne auch zu Ihnen
Ich komme gerne auch zu Ihnen

Birgit Landwehr

Hebamme

MSc Midwifery

Familienhebamme

Lochenbach 10

86736 Auhausen

09082-911747

email: birgit@hebammenpraxis-landwehr.de